(7335) 1989 JA: Asteroid nähert sich der Erde

Darstellung eines Asteroiden und der Erde

Ein riesiger Asteroid nähert sich der Erde – und zwar am 27. Mai 2022. Ob da Grund zur Sorge besteht und Ihr euch schnell in den Bunker verziehen solltet, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

Die NASA ist wirklich eine sehr nette Organisation. Immerhin überwacht sie alle potentiell gefährlichen Asteroiden in der Nähe der Erde, um eventuelle Einschläge schon im Vorhinein erkennen und hoffentlich verhindern zu können. Diese Asteroiden und Kometen in Erdnähe bezeichnet man auch als NEOs, kurz für Near Earth Objects. Als NEO werden laut NASA alle astronomischen Objekte bezeichnet, die sich in einem Umkreis von etwa 48 Millionen Kilometer um die Erde bewegen. Die meisten dieser NEOs sind super winzig und würden selbst bei einem Einschlag keinen großen Schaden hinterlassen. Aber heute nähert sich ein sehr großer NEO der Erde. Es handelt sich um einen Asteroiden, der größer ist als 99 Prozent aller NEOs. Er ist sozusagen ein Riesen-NEO und die Astronomen haben ihm den leicht zu merkenden Namen (7335) 1989 JA gegeben. 

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Größter Asteroid in diesem Jahr

Nennen wir ihn der Einfachheit halber für den Rest des Beitrags Riesen-NEO. Er ist der größte Asteroid, der sich in diesem Jahr der Erde nähern wird. Wissenschaftler schätzen, dass er mit einer Geschwindigkeit von – und jetzt festhalten – 76.000 km/h unterwegs ist. Zum Vergleich: Das ist etwa 20 mal schneller als eine Gewehrkugel. Der größte Asteroid dieses Jahr nähert sich mit einer immensen Geschwindigkeit der Erde. 

Wird der Riesen-NEO heute gefährlich? 

Nein, Ihr könnt aus eurem Bunker wieder herauskommen, denn er wird nicht auf der Erde einschlagen. Er wird unseren geliebten Heimatplaneten in einem Abstand von vier Millionen Kilometern verfehlen. Das ist etwa der zehnfache Abstand zum Mond. Das klingt sehr viel, ist aber in astronomischen Maßstäben schon relativ nah dran. Und deswegen hat die NASA ihn auch als “potentiell gefährlich” eingestuft. Wie man immer sagt: Vorsicht ist besser als Nachsicht, vor allem bei Meteoriteneinschlägen. 

Die Umlaufbahn von (7335) 1989 JA

Apollo-Klasse der Asteroiden

Die Gefahr scheint für heute gebannt zu sein, aber wie sieht es denn in der Zukunft aus? Das tückische an Asteroiden wie dem Riesen-NEO ist, dass sie sich immer wieder der Erde nähern. Er gehört zu einer Asteroidengruppe, die als Apollo-Klasse bezeichnet wird. Das sind Asteroiden, die die Sonne umkreisen und dabei regelmäßig die Erdumlaufbahn kreuzen. Man kennt etwa 15.000 solcher Asteroiden. Im Falle unseres Riesen-NEOs müssen wir uns auch bezüglich des nächsten Rendezvous keine Sorgen machen. Er wird erst am 23. Juni 2055 wieder einen nahen Vorbeiflug an der Erde machen und uns dabei in noch größerer Entfernung als bei diesem Vorbeiflug verfehlen, nämlich in etwa der 70-fachen Entfernung zwischen Erde und Mond. 

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Übrigens: Selbst wenn der Riesen-NEO einschlagen würde, würde es wohl nicht zum Weltuntergang führen. Zum Vergleich: Der Dino-Killer-Meteorit besaß wohl eine Größe von rund 15 Kilometern, der Riesen-NEO ist nur 1,8 Kilometer groß. Nichtsdestotrotz würde ein Einschlag eines Objekts dieser Größe erhebliche Schäden verursachen, nicht nur auf einen lokalen Bereich begrenzt. Man geht davon aus, dass alle Objekte mit einer Größe von über 500 Metern globale Auswirkungen haben, Milliarden von Menschen wären alleine von Sekundärfolgen einer derartigen Katastrophe betroffen, wie Druck- und Hitzewellen, einer sich anschließenden rapiden Abkühlung infolge einer starken Trübung der Atmosphäre durch Aerosole – ein sogenannter Impaktwinter – verbunden mit saurem Regen und gravierenden Ernteausfällen. Von den Primärfolgen gar nicht zu sprechen. Wenn der Riesen-NEO auf Berlin einschlagen würde, wäre die ganze Stadt dem Erdboden gleichgemacht.

Größenvergleich des Asteroiden mit Berlin

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Asteroid Bennu – wie hoch ist die Gefahr?

Ein Einschlag des gefährlichen Asteroiden Bennu ist wahrscheinlicher als gedacht – das zeigen neue Forschungsergebnisse der NASA. 

Am 11.09.1999 bekamen die Forscher des Massachusetts Institute of Technology einen kleinen Schock, denn sie entdeckten an diesem Tag den Asteroiden Bennu. Bennu ist 492 Meter groß und besitzt damit für einen Asteroiden beachtliche Ausmaße. Hinzu kommt der Fakt, dass Bennu eine sehr erdnahe Umlaufbahn besitzt und uns immer wieder bedrohlich nahe kommt.
Wenn Bennu einschlagen würde, hätte das heftige Konsequenzen. Es käme zwar nicht zu einem globalen Massenaussterben wie beim Einschlag des Asteroiden, der letztlich zum Niedergang der Dinosaurier führte, aber es wäre dennoch ein absolut zerstörerisches Ereignis. Ein Einschlag von Bennu würde die Energie von 1,1 Milliarden Tonnen TNT freisetzen. Das wäre etwa zwei Millionen mal stärker als die Explosion im Hafen von Beirut, die im Jahre 2020 ganze Teil der Stadt zerstörte. Würde Bennu einschlagen, könnte dies also ganze Staaten zerstören und – je nach Einschlagsort – mehrere Millionen Menschen gefährden. Bennu wird als „potenziell gefährlicher Asteroid“ eingestuft, was bedeutet, dass er größer als 140 Meter ist und sich der Erde theoretisch bis auf 4,65 Millionen Kilometer nähern könnte.

Der Asteroid Bennu ist gut erforscht und vollständig kartiert

Dass er uns so nahe kommt, hat aber auch Vorteile. Man hat Bennu wegen seiner Erdnähe als Ziel der sogenannten Osiris-REX-Mission ausgewählt, bei der eine Sonde den Asteroiden genau kartiert und eine Probe seiner Oberfläche genommen hat. Die Probe befindet sich noch auf dem Weg zurück zur Erde und wird im September 2023 hier ankommen. Die Daten, die Osiris-REX über Bennus Umlaufbahn sammelte, hat man indes schon vorliegen und ein Forscherteam der NASA hat diese nun genau ausgewertet. Die beteiligte Forscherin Kelly Fast sagt dazu: “Die OSIRIS-Rex-Mission hat uns eine außerordentliche Chance geboten, genauer vorherzusagen, wo Bennu sein wird, wenn er der Erde in mehr als einem Jahrhundert nahekommt.

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Das Ergebnis ist etwas erschreckend. Im Jahre 2135 wird Bennu der Erde sehr nahe kommen. Er wird dann sogar näher an uns dran sein als unser Mond. Ein Einschlagsrisiko besteht bei dieser Annäherung aber wohl nicht. Doch wenn Bennu der Erde so nahe kommt, kann die Schwerkraft unseres Planeten ihn so beeinflussen, dass er seine Umlaufbahn ändert und beim nächsten Rendezvous mit der Erde dann einschlägt.

Darstellung von Osiris-REX im Flug über Bennu

Ob das passiert, hängt davon ab, ob Bennu im Jahre 2135 bestimmte Positionen nahe der Erde durchfliegt. Die NASA-Forscher bezeichnen diese Positionen als Schlüssellöcher – also Stellen im erdnahen Raum, in denen die Erdschwerkraft den Brocken auf Kollisionskurs lenken könnten. Mit den Daten von Osiris-REX haben die NASA-Forscher genau ausgerechnet, wie viele solche Gravitations-Schlüssellöcher es gibt, wie hoch jeweils die Wahrscheinlichkeit ist, dass Bennu sie durchfliegt und wie sich das auf die Chance eines Einschlags auswirkt. Das Ergebnis: Es gibt 26 solcher Schlüssellöcher und Bennu wird 24 davon mit hoher Wahrscheinlichkeit verfehlen. Zwei könnte er passieren und das könnte ihn auf eine Bahn lenken, die zu einem Einschlag im Jahre 2182 führen könnte. Der wahrscheinlichste Tag für einen Einschlag ist der 24.09.2182.

Steht uns am 24.09.2182 eine Katastrophe bevor?

Muss man nun Angst haben? Nein. Denn die neuen Berechnungen zeigen, dass trotz allem die Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag am 24.09.2182 bei 0,057 Prozent liegen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir Bennu weiter im Auge behalten und etwaige Veränderungen berechnen können. Selbst Kleinigkeiten können etwas ausmachen. Das sieht man zum Beispiel am sogenannten Yarkovsky-Effekt. Der Yarkovsky-Effekt beschreibt den Umstand, dass eine Seite eines Asteroiden stärker aufgeheizt wird als die andere, je nachdem wo gerade das Sonnenlicht einfällt. Durch die unterschiedliche Aufheizung kann sich dann auch die Umlaufbahn des Asteroiden verändern. NASA-Forscher Steve Chesley hat anhand der Osiris-REX-Daten diesen Effekt auf Bennu ausgerechnet und sagt:

„Der Yarkovsky-Effekt auf Bennu entspricht etwa der Masse von drei Weintrauben. Das ist unglaublich wenig, aber signifikant, wenn es um das Einschlagsrisiko einige Jahrzehnte bis Jahrhundert in der Zukunft geht.“ 

Die NASA hat Osiris-REX auch ausrechnen lassen, ob die Mission selbst, also vor allem das Nehmen der Bodenprobe die Bahn von Bennu verändert hat und konnte glücklicherweise feststellen, dass dies nicht der Fall war. Die Bahn von Bennu hat sich durch die Osiris-REX-Mission nicht verändert.

Weitere Informationen zum gefährlichen Asteroiden Bennu erhaltet Ihr in diesem Video:

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