Sensationelles Foto: Eine Tür auf dem Mars? 

Die Tür auf dem Mars

Dieses Foto vom Mars macht gerade die Runde. Handelt es sich hierbei tatsächlich um einen marsianischen Hauseingang? 

Die Fotos der Mars-Rover sorgen oft für viel Aufregung. Ein Klassiker ist das sogenannte Mars-Gesicht. Auf einem Foto des Orbiters Viking 1 aus dem Jahre 1976 sieht es verdächtig so aus, als gäbe es auf dem Mars eine Art Alien-Version der Osterinsel-Statuen. Doch mit besserer Bildtechnik wurde später klar, dass es sich einfach nur um einen ganz normalen Felsen handelt. 

Fotos des berühmten Mars-Gesichts
Nur eine Steinformation: Foto des Mars-Gesichts

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So ist das meistens mit den vermeintlich extraterrestrischen Bauwerken auf dem Mars. Dieses Mal sehen wir auf dem neuen Foto etwas, das aussieht wie eine Art Eingang, eine Tür auf dem Roten Planeten. Aufgenommen hat das Bild der NASA-Rover Curiosity, der mittlerweile schon ein Urgestein unter den Mars-Robotern ist. Er erkundet unseren Nachbarplaneten nun schon seit 2012, also seit zehn Jahren. Auf der Webseite der NASA lassen sich übrigens alle Fotos von Curiosity einsehen – es lohnt sich!

Die Tür auf dem Mars

Aber was ist denn nun mit der mysteriösen Mars-Tür? Zugegeben, das Ding sieht schon seltsam aus, die Formen scheinen sehr symmetrisch zu sein. Und mit sehr klaren, symmetrischen Formen verbindet man meist etwas künstlich Hergestelltes und keine natürliche Formation. In diesem Fall hilft es, einmal aus dem Bild herauszuzoomen. Unten seht ihr die Aufnahme von Curiosity in verschiedenen Zoom-Stufen. Es wird schnell klar, dass diese Mars-Tür sehr klein ist. Tatsächlich ist die Öffnung nur so groß, dass eine Katze gerade so hindurch passen würde. 

Die verschiedenen Perspektiven auf die Mars-Tür

Auf den Bildern ist zudem auch das Ende der Öffnung erkennbar. Es ist also relativ klar, dass es sich hier nicht um einen Gang handelt. Schade, unsere Alien-Fantasien müssen wir wohl direkt wieder begraben. Der Astronom und Schriftsteller Stuart Atkinson schreibt bei Twitter: “Nein, Curiosity hat keine Geheimtür auf dem Mars gefunden, die zu einer Marskammer, einer Gruft oder einem Einkaufszentrum führt. Es ist nur ein Riss im alten Gestein.“

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Was ist ein Scherbruch auf dem Mars?

Bleibt aber dennoch die Frage, wie eine solch kuriose symmetrische Formation entstanden ist? Die wahrscheinliche Erklärung ist ein bestimmter geologischer Prozess. Es ist zum Beispiel bekannt, dass es auf dem Mars heftige Beben gibt, also keine Erdbeben sondern Marsbeben. Erst am 4. Mai diesen Jahres wurde wieder ein starkes Marsbeben aufgezeichnet.

Aufzeichnung des Marsbebens im Mai 2022

Wenn es bei einem solchen Beben zu solch geformten Rissen im Gestein kommt, bezeichnet man das als Scherbruch. Vielleicht ist diese Marstür erst am 4. Mai durch das jüngste Marsbeben als marsianischer Scherbruch entstanden. Dies ist natürlich nur eine Hypothese, aber sie ist doch wesentlich wahrscheinlicher, als dass Marsmenschen eine winzige Tür ins Gestein gemeißelt haben. Auch wenn das natürlich die spannendere Erklärung wäre.

Wollt ihr mehr über dieses spannende Thema erfahren? Dann schaut doch mal dieses Video von Astro-Tim an:

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Eine Blume auf dem Mars

Blume auf dem Mars

Eine Blume auf dem Mars – die ist jetzt auf einem neuen Foto des Curiosity-Rover zu erkennen. Was hat der Rover da wirklich fotografiert und wie kommt diese seltsame Form zustande?


In den letzten Wochen lag der Fokus der Mars-Erforschung vor allem auf den Bildern des neuen Rovers Perseverance und des kleinen Helikopters Ingenuity. Dabei wird aber oft vergessen, dass auch noch andere Rover derzeit auf dem Mars rumtuckern, nämlich der NASA-Rover Curiosity und der chinesische Rover Zhurong. Und die liefern natürlich auch aufregende Bilder – zum Beispiel dieses hier von Curiosity. 

Blume auf dem Mars
Mineralienformation auf dem Mars

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Die kuriose Formation sieht tatsächlich aus wie eine Blume. Ein bisschen erinnert es an eine Art versteinerte Koralle. So weit hergeholt ist dieser Gedanke vermutlich nicht, denn mittlerweile gehen fast alle Wissenschaftler davon aus, dass der Mars früher von gigantischen Ozeanen überzogen war. Da könnte doch irgendeine marsianische Alien-Koralle übrig geblieben sein, oder? Nein, leider nicht. Denn das Curiosity-Forscherteam hat verkündet, dass es sich um eine mineralische Formation handelt, um genau zu sein: um einen diagenetischen Kristallcluster. 

Es könnte einst Wasser auf dem Mars gegeben haben.

Mineralien statt Blumenstrauß

Dabei handelt es sich um eine spezielle Mineralienformation, die einst in das marsianische Gestein eingebettet war. Dieses ist aber nach und nach erodiert – und übrig blieb die Mineralansammlung. Die ist relativ immun gegen Erosion und hat das Gestein, in das sie eingebettet war, überdauert. Man bezeichnet das auch als Konkretion. Ähnliche geologische Formationen hat man auf dem Mars schon öfter fotografiert. Der Rover Opportunity hat 2004 dieses berühmte Foto von den sogenannten Mars-Blaubeeren gemacht. 

Blaubeeren auf dem Mars
Blaubeeren auf dem Mars?

Aber Ihr ahnt es schon: Blaubeermuffins auf dem Mars können wir uns abschminken. Hierbei handelt es sich nämlich nicht um saftige Beeren, sondern ebenfalls um Mineralien. Und diese Mars-Blaubeeren entstehen genau so wie die Mars-Blume, nämlich durch Verdichtung von Mineralien. Und auch um unsere Blume herum sehen wir kugelförmige Konkretionen, die eher den Blaubeeren zu ähneln scheinen. Man könnte vermuten, dass diese Blumenform außergewöhnlich ist.

Aber wie hat Curiosity diese Aufnahme überhaupt gemacht? Ganz einfach: mit dem Mars Hand Lens Imager. Das ist eine hochauflösende Kamera am vorderen Armende von Curiosity. Der Mars Hand Lens Imager dient als eine Art Mikroskop und ist zur optischen Untersuchung von sehr kleinen Strukturen gedacht. Auf der Website der NASA findet Ihr übrigens eine Galerie mit allen Mars Hand Lens Imager Bildern und da sind wirklich einige faszinierende dabei. 

ExoMars
Rover auf dem Mars

Hoffnung auf Spuren von Leben auf dem Mars

Man hatte sich weitere Durchbrüche in der Suche nach Leben auf dem Mars durch den neuen Rover ExoMars erhofft. Der Fokus von ExoMars liegt auf der Exobiologie, das heißt, der Rover sollte den Marsboden analysieren im Hinblick auf Zeichen für außerirdisches Leben. Denn, wenn es stimmt, dass der Mars früher lebensfreundlich war, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich irgendwo zumindest noch Rückstände von Leben finden lassen.

Noch mehr Informationen über die tollen Mineralienformationen auf dem Mars erfahrt Ihr in diesem Video:

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