Geheimer Meteor: Interstellares Objekt auf Erde eingeschlagen

Meteor

Ein interstellares Objekt ist auf die Erde eingeschlagen. Die NASA hält die Informationen darüber geheim. Bis jetzt. Diese Story klingt nach einem Hollywood-Film, ist aber Realität. 

2014 ist ein interstellarer Meteor, ein Himmelskörper aus einem fremden Sternsystem, auf die Erde gestürzt. Die Daten darüber wurden von der US-Regierung als geheim eingestuft und nicht veröffentlicht. Bis jetzt. Und die Ergebnisse sind erstaunlich.

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Was sind überhaupt Meteore?

Meteore, die auf die Erde fallen, sind tatsächlich keine Seltenheit. Dabei handelt es sich um Steine aus dem Weltraum, die unserer Erde zu nahe kommen und von ihrer Schwerkraft erfasst werden. Auf dem Weg nach unten auf den Boden verglühen die Steine durch die enorme Reibung mit der Erdatmosphäre. Man nennt das im Volksmund auch Sternschnuppe. Die Erde wird von jeder Menge Material aus dem All bombardiert. Rund 15.000 Tonnen Meteormaterial fallen jedes Jahr auf die Erde. Das meiste davon verglüht in der Atmosphäre, aber einige Steine schlagen auch auf der Erde ein – dann bezeichnet man sie als Meteoriten.

Ein echter Meteorit fürs Wohnzimmer

Bruchstück eines großen Eisenmeteoriten aus Campo del Cielo in Argentinien. Mitgeliefert wird ein Echtheitszertifikat. Verschiedene Größen verfügbar. 

Wo ist der Unterschied zwischen Meteor, Meteorit, Asteroid und Komet? 

Hierbei handelt es sich zunächst um Objekte aus unserem Sonnensystem, die entweder um die Sonne oder um unsere Erde fliegen. Teilweise stammen diese Objekte aus dem Asteroidengürtel zwischen dem Mars und dem Jupiter. Teils kommen sie von noch weiter weg aus dem Kuiper-Gürtel hinter dem Pluto. Aber sie kommen alle aus unserem Sonnensystem. Das Objekt, das 2014 in die Erdatmosphäre eindrang, stammte aber aus einem fremden Sternsystem. 

Darstellung von Asteroiden

Unser Sonnensystem ist eines von mindestens 300 Milliarden innerhalb unserer Galaxis, der Milchstraße. Unsere Sonne ist nur ein Sandkörnchen an einem kosmischen Strand. Jeder dieser Sterne ist ein Sternsystem wie unser Sonnensystem. Um mindestens die Hälfte dieser Sterne drehen sich Planeten, sogenannte Exoplaneten. Wenn also ein Steinbrocken interstellaren Ursprungs ist, dann kommt er aus einem anderen Sonnensystem in der Milchstraße, ein anderes System mit komplett fremden und exotischen Welten, die wir nicht kennen. Und wenn ein solches Objekt aus einem unserer Nachbarsternsysteme stammt, hat es eine unfassbar weite Reise hinter sich. Denn selbst der nächstgelegene Stern der Sonne, Proxima Centauri, ist 4,2 Lichtjahre entfernt. In kosmischer Hinsicht ein Katzensprung, aber für Asteroiden, die durchs All fliegen, eine Distanz, für die man Ewigkeiten benötigt. 

Oumuamua war erstes interstellares Objekt

Als Forscher im Jahre 2017 den interstellaren Asteroiden Oumuamua entdeckten, war das eine absolute Sensation. Es war das erste mal, dass man einen Besucher aus einem anderen Sonnensystem nachweisen konnte. Noch heute sorgt Oumuamua wegen seines kuriosen Eintrittswinkel ins Sonnensystem und einem schwer zu erklärenden Geschwindigkeitsschub für Diskussionen. Immer wieder wird behauptet, es hätte sich hier um eine außerirdische Sonde gehandelt. Jedenfalls kam jetzt heraus, dass Ouamuamua gar nicht der erste bekannte interstellare Besucher war, sondern drei Jahre vorher schon ein Objekt aus einem anderen Sternsystem nicht nur durch unser Sonnensystem gerast ist, sondern sogar auf der Erde eingeschlagen ist. 

Künstlerische Darstellung von Oumuamua

Meteor-Einschlag in Papua-Neuguinea

Am 8. Januar 2014 drang über Papua-Neuguinea ein Objekt in die Erdatmosphäre ein, das etwa einen halben Meter groß war. So weit, so ungewöhnlich, doch dieses Objekt besaß vor seinem Eintritt in die Erdatmosphäre eine Geschwindigkeit von – und jetzt gut festhalten – 210.000 Kilometer pro Stunde, wesentlich schneller als der durchschnittliche Asteroid in unserem Sonnensystem. Diese immense Geschwindigkeit, die man auch bei Oumuamua beobachtet hatte, ist ein deutlicher Beweis dafür, dass der Himmelskörper einen langen Anfahrtsweg gehabt haben muss, dass er also von außerhalb des Sonnensystems stammen muss. Mit anderen Worten: Vor acht Jahren ist ein Himmelskörper aus einem fremden Sternsystem auf der Erde eingeschlagen und es spricht viel dafür, dass er nicht komplett verglüht ist und irgendwo noch Überreste dieses kosmischen Besuchers auf der Erde liegen. 

NASA hielt Einschlag geheim

2019 erschien die erste wissenschaftliche Arbeit über diesen außerirdischen Meteor. Die war bis jetzt nicht zugänglich, denn die amerikanische Regierung hat die Informationen über den Meteor als geheim eingestuft, wie aus einem kürzlich veröffentlichten Memo des US Space Command (USSC) hervorgeht. Das NASA Center for Near Earth Object Studies führt eine Liste über alle detektierten Eintritte von Objekten aus den Weltraum in die Erdatmosphäre. Avi Loeb, Harvard-Professor und berühmter Vertreter der These, dass Oumuamua eine Alien-Sonde war, und sein Student Amir Siraj hatten die Idee, diese Liste durchzugehen und dort vielleicht ein Objekt zu finden, was interstellarer Herkunft sein könnte. 

Amir Siraj: Auf der Suche nach interstellaren Objekten

Als sie dann tatsächlich auf den Meteor von 2014 stießen und die Öffentlichkeit informieren wollten, schritten die amerikanischen Behörden ein. Denn einige der Sensoren, die Meteoreintritte in die Atmosphäre aufzeichnen, werden vom US-Verteidigungsministerium betrieben, das die gleichen Sensoren zur Überwachung des Himmels auf nukleare Detonationen einsetzt. Es lässt sich jetzt nur mutmaßen, weshalb die Daten über den interstellaren Meteor vom US-Verteidigungsministerium für acht Jahre geheim gehalten wurden. Vielleicht wurde geprüft, ob es sich um ausländische Militärtechnologie handelt – vielleicht wollte man zunächst prüfen, ob man etwas über den außerirdischen Besucher erfahren könnte? Oder man hielt es für möglich, dass hier wirklich Aliens abgestürzt sind?

Meteoriten auf dem Meeresgrund?

Wie dem auch sei, jetzt sind die Informationen freigegeben und es wäre fantastisch, wenn wir dieses Objekt untersuchen könnten. Mit Oumuamua hatten wir diese Chance nicht, da er das Sonnensystem schon wieder verlassen hat. Da aber der Meteor von 2014 über dem Südpazifik in die Atmosphäre eintrat, ist es möglich, dass Splitter des Objekts im Wasser gelandet sind und sich auf dem Meeresboden eingenistet haben. Einer der Autoren der wissenschaftlichen Arbeit über den Meteor sagt: “Ich werde ganz aufgeregt, wenn ich daran denke, dass wir interstellares Material haben, das auf die Erde gefallen ist, und wir wissen, wo es ist. Eine Sache, die ich prüfen werde, ist, ob es möglich ist, den Meeresboden vor der Küste von Papua-Neuguinea abzusuchen und zu sehen, ob wir irgendwelche Fragmente finden können.”

Es ist sehr unwahrscheinlich, tatsächlich noch Reste zu finden, denn – wenn überhaupt – sprechen wir über winzige Fragmente, die irgendwo auf dem Boden des Pazifiks liegen. Aber die Erkenntnisse, die wir daraus gewinnen könnten, wären so revolutionär, dass wir vielleicht versuchen müssen, die Chance auszunutzen, auch wenn sie noch so winzig erscheint. Stellt euch mal vor, was wir entdecken könnten, wenn wir ein Stück interstellares Material aus einem fremden Sternsystem untersuchen könnten. Unbekannte Moleküle, außerirdische geologische Strukturen, vielleicht sogar Hinweise auf Leben in den Weiten des Alls? Fest steht: Die Chancen, interstellares Material zu untersuchen, sind absolut rar gesät – es könnte unsere einzige für die nächsten Jahrhunderte oder Jahrtausende sein. 

Ihr wollt mehr über den mysteriösen Meteor von 2014 erfahren? Dann schaut euch das neue Video von Astro-Tim an:

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Asteroid Bennu – wie hoch ist die Gefahr?

Ein Einschlag des gefährlichen Asteroiden Bennu ist wahrscheinlicher als gedacht – das zeigen neue Forschungsergebnisse der NASA. 

Am 11.09.1999 bekamen die Forscher des Massachusetts Institute of Technology einen kleinen Schock, denn sie entdeckten an diesem Tag den Asteroiden Bennu. Bennu ist 492 Meter groß und besitzt damit für einen Asteroiden beachtliche Ausmaße. Hinzu kommt der Fakt, dass Bennu eine sehr erdnahe Umlaufbahn besitzt und uns immer wieder bedrohlich nahe kommt.
Wenn Bennu einschlagen würde, hätte das heftige Konsequenzen. Es käme zwar nicht zu einem globalen Massenaussterben wie beim Einschlag des Asteroiden, der letztlich zum Niedergang der Dinosaurier führte, aber es wäre dennoch ein absolut zerstörerisches Ereignis. Ein Einschlag von Bennu würde die Energie von 1,1 Milliarden Tonnen TNT freisetzen. Das wäre etwa zwei Millionen mal stärker als die Explosion im Hafen von Beirut, die im Jahre 2020 ganze Teil der Stadt zerstörte. Würde Bennu einschlagen, könnte dies also ganze Staaten zerstören und – je nach Einschlagsort – mehrere Millionen Menschen gefährden. Bennu wird als „potenziell gefährlicher Asteroid“ eingestuft, was bedeutet, dass er größer als 140 Meter ist und sich der Erde theoretisch bis auf 4,65 Millionen Kilometer nähern könnte.

Der Asteroid Bennu ist gut erforscht und vollständig kartiert

Dass er uns so nahe kommt, hat aber auch Vorteile. Man hat Bennu wegen seiner Erdnähe als Ziel der sogenannten Osiris-REX-Mission ausgewählt, bei der eine Sonde den Asteroiden genau kartiert und eine Probe seiner Oberfläche genommen hat. Die Probe befindet sich noch auf dem Weg zurück zur Erde und wird im September 2023 hier ankommen. Die Daten, die Osiris-REX über Bennus Umlaufbahn sammelte, hat man indes schon vorliegen und ein Forscherteam der NASA hat diese nun genau ausgewertet. Die beteiligte Forscherin Kelly Fast sagt dazu: “Die OSIRIS-Rex-Mission hat uns eine außerordentliche Chance geboten, genauer vorherzusagen, wo Bennu sein wird, wenn er der Erde in mehr als einem Jahrhundert nahekommt.

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Das Ergebnis ist etwas erschreckend. Im Jahre 2135 wird Bennu der Erde sehr nahe kommen. Er wird dann sogar näher an uns dran sein als unser Mond. Ein Einschlagsrisiko besteht bei dieser Annäherung aber wohl nicht. Doch wenn Bennu der Erde so nahe kommt, kann die Schwerkraft unseres Planeten ihn so beeinflussen, dass er seine Umlaufbahn ändert und beim nächsten Rendezvous mit der Erde dann einschlägt.

Darstellung von Osiris-REX im Flug über Bennu

Ob das passiert, hängt davon ab, ob Bennu im Jahre 2135 bestimmte Positionen nahe der Erde durchfliegt. Die NASA-Forscher bezeichnen diese Positionen als Schlüssellöcher – also Stellen im erdnahen Raum, in denen die Erdschwerkraft den Brocken auf Kollisionskurs lenken könnten. Mit den Daten von Osiris-REX haben die NASA-Forscher genau ausgerechnet, wie viele solche Gravitations-Schlüssellöcher es gibt, wie hoch jeweils die Wahrscheinlichkeit ist, dass Bennu sie durchfliegt und wie sich das auf die Chance eines Einschlags auswirkt. Das Ergebnis: Es gibt 26 solcher Schlüssellöcher und Bennu wird 24 davon mit hoher Wahrscheinlichkeit verfehlen. Zwei könnte er passieren und das könnte ihn auf eine Bahn lenken, die zu einem Einschlag im Jahre 2182 führen könnte. Der wahrscheinlichste Tag für einen Einschlag ist der 24.09.2182.

Steht uns am 24.09.2182 eine Katastrophe bevor?

Muss man nun Angst haben? Nein. Denn die neuen Berechnungen zeigen, dass trotz allem die Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag am 24.09.2182 bei 0,057 Prozent liegen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir Bennu weiter im Auge behalten und etwaige Veränderungen berechnen können. Selbst Kleinigkeiten können etwas ausmachen. Das sieht man zum Beispiel am sogenannten Yarkovsky-Effekt. Der Yarkovsky-Effekt beschreibt den Umstand, dass eine Seite eines Asteroiden stärker aufgeheizt wird als die andere, je nachdem wo gerade das Sonnenlicht einfällt. Durch die unterschiedliche Aufheizung kann sich dann auch die Umlaufbahn des Asteroiden verändern. NASA-Forscher Steve Chesley hat anhand der Osiris-REX-Daten diesen Effekt auf Bennu ausgerechnet und sagt:

„Der Yarkovsky-Effekt auf Bennu entspricht etwa der Masse von drei Weintrauben. Das ist unglaublich wenig, aber signifikant, wenn es um das Einschlagsrisiko einige Jahrzehnte bis Jahrhundert in der Zukunft geht.“ 

Die NASA hat Osiris-REX auch ausrechnen lassen, ob die Mission selbst, also vor allem das Nehmen der Bodenprobe die Bahn von Bennu verändert hat und konnte glücklicherweise feststellen, dass dies nicht der Fall war. Die Bahn von Bennu hat sich durch die Osiris-REX-Mission nicht verändert.

Weitere Informationen zum gefährlichen Asteroiden Bennu erhaltet Ihr in diesem Video:

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