Fraktale: Was Blumenkohl mit dem Universum zu tun hat

Vergleich Fraktale und Universum

Ist das Universum fraktal? Wiederholen sich alle Strukturen im ganz Kleinen und im ganz Großen? Und könnten solche Fraktale auf die dahinterliegende Struktur unserer Realität hindeuten und sogar beweisen, dass wir in einem Multiversum leben?

Es ist schon seltsam. Wenn man sich den Mikrokosmos, also die allerkleinsten Strukturen, und den Makrokosmos, das Allergrößte, anschaut, dann stellt man oftmals fest, dass viele Strukturen sich sehr ähnlich sind. Aber was bedeutet der Begriff “fraktal” eigentlich? 

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Ein Fraktal bezeichnet, dass man, wenn man weit genug hineinzoomt, schließlich auf eine Struktur stößt, die das ursprüngliche Muster, das man auf größeren Skalen gesehen hat, wiederholt. Wenn ähnliche Muster wiederholt in immer kleineren Maßstäben auftauchen, können wir sie mathematisch analysieren und feststellen, ob sie dieselben statistischen Merkmale aufweisen wie die größeren Strukturen. Nur wenn dies der Fall ist, handelt es sich um ein Fraktal. Ein Beispiel: Blumenkohl.

Der fraktale Blumenkohl

Diesen Blumenkohl werdet Ihr lieben: Es handelt sich um eine spezielle Züchtung namens Romanesco. Und der Blütenstand ist ein mathematisches Meisterwerk der Natur, denn es ist fraktal. Auf mehreren Ebenen wiederholt sich immer dasselbe Muster. Es klingt ein bisschen albern in Bezug auf Blumenkohl, aber es ist absolut faszinierend, dass die Natur so eine mathematische Perfektion hervorgebracht hat. 

Romanesco Blumenkohl
Absolut fraktal: der Romanesco-Blumenkohl

Aber der Romanesco ist kein unendliches Fraktal, kein Schlüssel zum Blumenkohl-Multiversum, denn solche fraktalen Erscheinungsformen in der Natur besitzen immer nur eine begrenzte Anzahl von selbstähnlichen Strukturen. Nach zwei bis drei fraktalen Wiederholungen ist beim Blumenkohl Schluss. 

Mandelbrot “erfindet” Prinzip des Fraktals

Das Prinzip des Fraktals erkannte als erster der Mathematiker Benoit Mandelbrot. Vielleicht habt Ihr mal von der Mandelbrot-Menge gehört, bei der mit einer mathematischen Formel ein Fraktal generiert wird. Unten seht ihr eine Mandelbrotmenge. Und obwohl wir nur das grafische Ergebnis einer mathematischen Formel sehen, könnte man fast meinen, es handelt sich um ein eigenes Universum. 

Darstellung der Mandelbrotmenge
Ergebnis einer Formel: Optische Darstellung der Mandelbrotmenge

Mandelbrot war ziemlich besessen von Fraktalen und glaubte, dass man Börsenkurse mit Fraktalen analysieren könnte. Nicht zuletzt hielt er es für möglich, dass unser gesamtes Universum ein Fraktal ist. Das war 1974. Damals hatten die Astronomen gerade erst damit begonnen, umfangreiche Kataloge von Galaxien aus der Tiefe des Weltraums zu erstellen. Und erste Vorstellungen von der großräumigen Struktur des Kosmos nahmen erste Gestalt an. Dass das Universum wohl mit dem Urknall begann und expandiert, wusste man schon. Aber so genaue Vorstellungen, wie wir die heute unter anderem dank der Entdeckungen des Hubble- und des James-Webb-Teleskops haben, hatte man noch nicht. 

Die ganz großen Strukturen des Universums

Heutzutage haben wir ein gutes Bild davon, wie die ganz großen Strukturen des Universums aussehen. Unten seht Ihr das sogenannte kosmische Netz, die größte Struktur, die wir kennen. Es besteht aus Filamenten und Voids. Die Filamente sind die hellen Fäden. In denen befindet sich fast all die Materie, die es gibt. Auch alle Galaxien, wie unsere Milchstraße, sind in diesen gigantischen kosmischen Fäden angeordnet. 

Das kosmische Netz
Alles fraktal? Das kosmische Netz

Dazwischen existieren riesige Hohlräume, die Voids. Hier herrscht gähnende Leere über unvorstellbare Distanzen von hunderten Millionen Lichtjahren. Ganz leer sind sie nicht, einzelne Galaxien verbergen sich darin, aber weitaus weniger als in den Filamenten. Ist dieses kosmische Netz ein Fraktal? Erhalten wir, wenn wir raus und rein zoomen immer wieder dieselbe spinnennetzartige Struktur? 

Sonnensystem ist kein Fraktal

Ja und nein. Die genaue Analyse der Voids beispielsweise zeigt verblüffenderweise tatsächlich dieselbe Struktur. Die paar einsamen Galaxien, die in den Voids umhertreiben bilden eine Art Mini-Kosmisches-Netz. Die Filamentstruktur hat sich zumindest auf einer Ebene wiederholt, ist sich also in gewisser Weise selbst ähnlich. 

Aber eine Ebene ist nicht besonders viel, oder? Selbst unser Blumenkohl ist fraktaler. Und auf den kleineren Ebenen können wir die Fraktalstruktur des Universums dann sowieso ignorieren. Unser Sonnensystem alleine sieht schon komplett anders aus, als ein anderes Sternsystem. Unsere Milchstraße sieht anders aus als andere Galaxien. Verschiedene Galaxienhaufen besitzen trotz aller Ähnlichkeiten im Aufbau ein ganz unterschiedliches Aussehen. Wenn überhaupt kann das Universum nur auf den allergrößten Strukturen Fraktal sein und selbst da sieht es mau aus – die kosmische Netzstruktur findet man mit viel Fantasie innerhalb von Voids noch mal wieder, aber keinesfalls durchgehend. 

Sind Fraktale einfach Zufall?

Es stimmt, dass sich Strukturen im ganz Kleinen und im ganz Großen Teilweise ähneln. Aber das alleine macht noch kein Fraktal, denn dafür bräuchten wir eine Selbstähnlichkeit auf mehreren durchgehenden Ebenen und nicht auf einer ganz großen Ebene und dann eben wieder zufällig auf einer ganz anderen Ebene unter dem Mikroskop. Der Grund weshalb sich solche ganz unterschiedlichen Strukturen ähneln ist nicht ganz klar, und auch wenn es ein wenig unbefriedigend ist, es könnte einfach Zufall sein. 

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Letztlich wird sowohl der Mikro- als auch der Makrokosmos von denselben Naturgesetzen beherrscht und einige Anordnungen und Muster ergeben nach diesen Naturgesetzen vermutlich einfach Sinn. Zu guter Letzt kommt da auch noch eine gehörige Portion Apophänie ins Spiel. Apophänie ist die Tendenz von uns Menschen, sinnvolle Verbindungen zwischen nicht zusammenhängenden Dingen wahrzunehmen. Unser Gehirn funktioniert einfach so, wir suchen Verbindungen, wo keine sind. Zum Beispiel zwischen dem Kosmos und einem Blumenkohl. Definitv keine Verbindung da, aber wir wollen sie trotzdem unbedingt sehen. 

Sind Multiversen Fraktale?

Einen letzten Ausweg gibt es vielleicht noch, eine letzte Möglichkeit, die uns wirklich an die Grenzen der Physik bringt: Das Multiversum. Wir haben geschaut, ob wir ein fraktales Muster finden, wenn wir vom kosmischen Netz, der größten bekannten Struktur, in kleinere Strukturen herein zoomen und wurden bitter enttäuscht. Aber was würden wir sehen, wenn wir vom kosmischen Netz heraus zoomen würden. Was kommt darüber? 

Einige Forscher gehen davon aus, dass unser Universum nicht das einzige ist. Über oder neben unserem Universum könnte ein anderes Universum sein, vielleicht sogar ein Mutter-Universum und dann ein Oma-Universum, gefolgt von einem Uroma-Universum, und einem Ururoma-Universum und schließlich ein Urururoma-Universum und darauf folgend ein Ururururoma-Universum…

Die kosmische Mandelbrotmenge

Es wäre also denkbar, dass über dem kosmischen Netz eine noch gewaltigere Struktur erscheint, die ihm selbstähnlich ist. Ein Multiversums-Fraktal. Denn wenn es immer wieder neue Universen gibt, dann würden wir wirklich in einer Art kosmischen Mandelbrotmenge leben. Es geht immer weiter mit den sich wiederholenden Mustern, jedes Universum eine Ebene eines nicht zu begreifenden, nicht zu erfassenden Fraktals. Absolut denkbar, aber bislang leider keinesfalls bewiesen, sondern nur eine spannende Hypothese.

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Hawking-Punkte: Hinweis auf anderes Universum gefunden

Cyclic Conformal Cosmology Theorie

Ist und war unser Universum immer das einzige? Es gibt jetzt einen handfesten Hinweis dafür, dass vor unserem Universum bereits ein anderes existiert hat. 

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, sagte schon Hermann Hesse. Und im Falle unseres Universums ist das definitiv wahr, denn der Anfang des Kosmos war spektakulär. Laut den meisten Kosmologen begann alles in einem singulären Ereignis namens Urknall. Vor circa 13,8 Milliarden Jahren war das gesamte Universum, all die Materie und Energie, aus der Planeten, Sterne, ganze Galaxien und auch Ihr besteht, in einem winzigen Punkt zusammengequetscht, der keinerlei Ausdehnung besaß. Er war also noch nicht mal einen Millimeter groß, eine sogenannte Singularität. Neben dem Punkt war nichts und aus ominösen Gründen begann er dann zu expandieren. Der Urknall war die Geburt des Universums. 

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Der Start mit dem Uratom

Entgegen des Namens gab es aber keinen Knall. Der Begriff Urknall wurde vielmehr von den Kritikern der Theorie erfunden, um sie lächerlich zu machen. Im frühen 20. Jahrhundert stellte der Physiker und Priester George Lemaître aus Belgien die Theorie eines expandierenden Universums, das in einem singulären Ereignis begann, auf und nannte das ganze “Uratom”. Da damals aber noch die gesamte physikalische Fachwelt, inklusive Albert Einstein, von einem statischen Universum ausging, das sich nicht vergrößert, fanden alle Lemaîtres Theorie unsinnig und wollten ihn mit dem Begriff “Urknall” diskreditieren. Ein schönes Beispiel dafür, dass Wissenschaft sich immer weiter entwickelt und gute Wissenschaft sich dadurch auszeichnet, sich selbst und den Status Quo zu hinterfragen. 

Foto von den drei Wissenschaftlern Millikan, Lemaître und Einstein
Die drei Wissenschaftler Millikan, Lemaître und Einstein

Natürlich ist auch heute die Urknalltheorie nicht in Stein gemeißelt, auch wenn sie derzeit die beste Erklärung für die Entwicklung des Kosmos ist, die wir haben. Aber es gibt viele offene Fragen, vor allem: Was war vor dem Urknall und wie wird der Kosmos enden? Das ist schwer herauszufinden, doch was Forscher jetzt entdeckt haben, wird euch aus den Socken hauen, versprochen! 

Das Modell des Cyclic Conformal Cosmology

Am Anfang der Forschung stand eine Hypothese vom berühmten Mathematiker und Physiker Roger Penrose. Er hat ein kosmologisches Modell namens Cyclic Conformal Cosmology, kurz CCC, entwickelt. Im Prinzip beschreibt er damit ein zyklisches Universum, also ein Universum, das niemals aufhört, weil es immer wieder von vorne anfängt. Die Idee ist nicht neu. Sicherlich habt Ihr schon mal vom Big Bounce gehört, also der kosmologischen Theorie, die besagt, dass unser Universum weiter expandiert, bis es dann irgendwann in einen Schrumpfprozess übergeht und wieder zu einer winzigen Singularität wird. 

Cyclic Conformal Cosmology
Cyclic Conformal Cosmology: Es gab und gibt mehrere, aufeinander folgende Universen

Aber Penroses CCC-Theorie ist anders, den kosmischen Schrumpfprozess gibt es dort nicht. Er stellt sich das Ganze wie folgt vor: Das Universum wächst und ist irgendwann so riesig, dass schon längst alle Sterne gestorben und die letzten Schwarzen Löcher verdampft sind durch die sogenannte Hawking-Strahlung. Alles, was je existierte, hat sich in diesem ultimativen Endstadium des Kosmos aufgelöst. Die Entfernungen sind so unvorstellbar groß, dass selbst das Konzept der Raumzeit hinfällig wird. Das Universum ist nur noch ein eigenschaftsloser, undefinierbarer Blob. 

Expansion des Kosmos nimmt zu

Der Kosmos verliert im Endstadium der Expansion all seine Eigenschaften, selbst seine Größe und ist dadurch de facto wieder zu einer Singularität geworden. In diesem Stadium sind nun die Bedingungen für einen neuen Kosmos gegeben. Penroses CCC-Idee ist ein zyklisches Universum, das niemals schrumpft, sondern nur wächst. Und das passt wunderbar zu den Beobachtungen, die wir derzeit über den Kosmos machen. 

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Man hat festgestellt, dass die Expansion des Kosmos nicht abnimmt, sondern immer schneller wird. Vorausgesetzt, wir leben wirklich in Penroses CCC-Universum, müsste man das nicht irgendwie überprüfen können? Vielleicht irgendwelche schwachen Rückstände des vorherigen, nun gestorbenen Universums aufspüren? Wie geisterhafte Spuren aus einem vergangenen Leben?

B-Modes in der kosmischen Hintergrundstrahlung

Die geisterhaften Beweise konnten von Forschern tatsächlich aufgespürt werden. Sie zeigen sich in Form von wirbelnden Polarisationsmustern, den so genannten B-Modes, in der kosmischen Hintergrundstrahlung. Klingt kompliziert, deswegen dröseln wir das mal komplett auf. Was ist die kosmische Hintergrundstrahlung? Ihr kennt das, wenn man morgens aufsteht, braucht man erst mal ein wenig Zeit, um in Fahrt zu kommen. Nicht anders ging es dem Kosmos. Erst ungefähr 380.000 Jahre nach dem Urknall war das Universum bereit zu starten. Ihm ging genau in diesem Moment im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht auf, das bedeutet, dass plötzlich Strahlung ausgesendet wurde, genauer gesagt: die kosmische Mikrowellenstrahlung. 

Das Universum wurde dadurch durchsichtig. Bis zu diesem Moment können wir zurückschauen. Wir sehen dort eine gigantische uns überall umgebende Wand von eben dieser Mikrowellenstrahlung. Man nennt dies die kosmische Hintergrundstrahlung. In dieser Hintergrundstrahlung sehen wir Strahlungs- und Temperaturunterschiede aus dem frühesten Universum und vielleicht auch Abdrücke aus dem Vorgängeruniversum. Denn die These von Roger Penrose und anderen Forschern ist, dass die eben erwähnen B-Modes, diese Polarisationsanomalien in der Hintergrundstrahlung Überbleibsel von Schwarzen Löchern aus einem toten Universum sind. 

Diagramm von B-Modes in der Hintergrundstrahlung
B-Modes in der kosmischen Hintergrundstrahlung

Anomalien in der Hintergrundstrahlung

Konkret geht es um 20 solcher B-Modes, die von einem Mikrowellensensor namens BICEP-2, der in der Antarktis aufgebaut ist, im Jahr 2014 gesammelt wurden. Penrose geht davon aus, dass diese Anomalien in der Hintergrundstrahlung sogenannte Hawking-Punkte sind. Schwarze Löcher sind die faszinierendsten und auch langlebigsten Objekte im Kosmos. Viele dieser Schwerkraftmonster werden alles andere im Kosmos, jeden Stern, jede Galaxie, überdauern. Doch wie Stephen Hawking herausfand, ist selbst das nicht für immer. Schwarze Löcher verdampfen. Sie verlieren in einem langsamen Tempo Masse. Und wie? Im Weltraum finden sich permanent Paare von Teilchen und Anti-Teilchen – wenn die sich treffen, löschen sie sich gegenseitig aus.

Aber was ist, wenn so ein Teilchen-Anti-Teilchen-Pärchen genau auf der Grenze des Schwarzen Lochs entsteht, hinter der nichts mehr entkommen kann, dem sogenannten Ereignishorizont. Dann kann es passieren, dass das Teilchen auf der sicheren Seite außerhalb des Ereignishorizonts steht, aber das Anti-Teilchen auf der falschen Seite und nun in das Zentrum des Schwarzen Lochs gesogen wird. Das Anti-Teilchens hat allerdings eine negative Energie, die Masse des Schwarzen Lochs nimmt dann ab. Das dem Schlund entkommene Teilchen hingegen wird als Hawking-Strahlung fortgeschleudert. Also kurzgesagt: Ein masseverringerndes Anti-Teilchen fällt ins Schwarze Loch, das theoretisch den Effekt ausgleichende Teilchen wird hingegen weggeschleudert, sodass das Schwarze Loch insgesamt leichter wird. Die Hawking-Strahlung ist also sowas wie Weight Watchers für Schwarze Löcher.

Dieser Prozess des Verdampfens durch Hawking-Strahlung zieht sich über Ewigkeiten. Wie gesagt, Schwarze Löcher werden noch als letzte Objekte da sein, wenn bereits alles andere gestorben ist. Aber, wenn man ein Schwarzes Loch Milliarden Jahre lang beobachten und aufzeichnen könnte, dann würde sich die Hawking-Strahlung in ihrer Summe als deutlicher Effekt spürbar machen. Das wäre dann ein Hawking-Punkt. 

Schwarze Löcher hinterlassen Hawking-Punkte

Kleiner Einwand: Schwarze Löcher können wir ja gar nicht so lange beobachten. Wirklich nicht? Vielleicht ja doch, wenn die Schwarzen Löcher aus dem vorherigen Universum ihre Hawking-Punkte in der Hintergrundstrahlung hinterlassen haben. Genau das ist Penroses Idee: dass die Nachwirkung des Verdampfens der Schwarzen Löcher den Tod des einen Universums überdauert und in das neue hinüberstrahlt und dann als Artefakt in der Hintergrundstrahlung abgebildet wird. 

Es klingt unglaublich, aber die Anomalien in der Hintergrundstrahlung könnten das Echo von verstorbenen Schwarzen Löchern aus einem vergangenen Universum sein.

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Graphen-Forschung: Hinweis auf Paralleluniversum entdeckt

Zwei parallel existierende Erden im Paralleluniversum

Physiker haben in einem Experiment durch Zufall Hinweise auf ein Paralleluniversum entdeckt. Existiert also wirklich noch eine andere Realität neben unserer? 

Wenn man sich die weltpolitische Lage anschaut, könnte man sich durchaus wünschen, dass das hier nicht die einzige Realität ist. Man könnte sich wünschen, dass es noch andere parallele Zeitlinien, parallele Universen gibt. Und genau darauf deutet nun eine Forschungsarbeit zweier Physiker der University of Maryland hin. Sie haben ganz zufällig Hinweise auf ein Paralleluniversum entdeckt.

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Graphen: eine atomare Bienenwabe

Eigentlich haben die beiden Forscher sogenannte Graphenschichten untersucht. Graphen bezeichnet eine bestimmte Anordnung von Kohlenstoffatomen in zweidimensionaler Struktur. In dieser Struktur ist jedes Atom im Winkel von 120 Grad von drei weiteren Atomen umgeben. Die Struktur ähnelt demnach ein bisschen einer Bienenwabe. Graphen hat als Material enormes Potential: Es hat sich herausgestellt, dass es Wärme und Elektrizität sehr gut leitet und einen geringen aktiven Widerstand besitzt, es ist also sehr flexibel. Dadurch ergeben sich viele – oftmals noch theoretische – Anwendungsfälle, unter anderem auch in der Raumfahrt. 

So sieht Graphen aus

Bei der Untersuchung der Graphenschichten entdeckten die Forscher sich wiederholende Muster, die die Art und Weise, wie sich Elektrizität innerhalb der Graphenstapel bewegt, veränderten. Optisch ähneln diese Graphendiagramme einzelnen Universen. Es wäre denkbar, dass sich die Wechselwirkungen, die zwischen einzelnen Graphenstapeln entstehen, auf andere Ebenen übertragen lassen – zum Beispiel auf die Wechselwirkung zwischen unserem Universum und anderen potentiell existierenden Paralleluniversen. 

Interaktion von zwei Graphenschichten

Das mag etwas kurios klingen, daher nochmal anders formuliert: Die Elektrizität in Graphenstapeln ändert ihr Verhalten, wenn zwei Graphenschichten miteinander interagieren. Man nennt das auch Moiré-Muster – diese entstehen, wenn sich zwei sich wiederholende Muster überlappen und eine der Schichten sich verdreht, verschiebt oder dehnt und es dadurch zu Wechselwirkung zwischen den Mustern kommt. Und die Forscher der Universität Maryland stellen nun die Hypothese auf, dass eine einzigartige Physik aus der Interaktion von Schichten auch anderswo entstehen könnte, vielleicht im gesamten Universum. Sie sagen, dass unser Kosmos auch nur ein Teil eines Moiré-Musters wäre. Unser Universum wäre also nur eine Hälfte, eine Graphenschicht, die mit einer anderen Hälfte interagiert, einer zweiten Realität, einem Paralleluniversum. 

Meteorit

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Klingt absurd? Schon, aber die Forscher haben die Physik der Graphenschichten in Simulationen für das gesamte Universum durchlaufen lassen. Das Ergebnis: Es passt perfekt. Die Simulationen wiesen als Ergebnis ein Universum wie unseres vor und sagten sogar die Expansion des Universums perfekt voraus. In einer Veröffentlichung der Universität Maryland heißt es: “Die Physik zweier Graphenblätter kann als die Physik zweier zweidimensionaler Universen umgedeutet werden, in denen Elektronen gelegentlich zwischen den Universen springen. Dies inspirierte die Forscher dazu, die Mathematik so zu verallgemeinern, dass sie auf Universen mit einer beliebigen Anzahl von Dimensionen, einschließlich unseres vierdimensionalen Universums, anwendbar ist, und zu erforschen, ob ein ähnliches Phänomen, das sich aus Moiré-Mustern ergibt auch in anderen Bereichen der Physik auftreten könnte.”

Darstellung des Moiré-Musters

Universum als Teil des Multiversums

Wir könnten uns das Universum dann wie die eine Hälfte eines Multiversums vorstellen – diese Entdeckung hat nichts mit esoterischer Interpretation von Paralleluniversen zu tun. So nach dem Motto: In einem Paralleluniversum läuft ein Doppelgänger von euch rum und immer wenn Ihr eine Verbindung zu ihm spürt, erlebt Ihr ein Déjà-Vu, oder so. Viel mehr könnte die Existenz dieser zweiten Schicht, dieses anderen Universums viele noch offene Fragen der Kosmologie beantworten: Warum und wohin dehnt sich das Universum aus? Warum beschleunigt sich die Expansion? Bislang wird die beschleunigte Expansion immer mit der Dunklen Energie erklärt – aber was das ist, weiß niemand. Es könnte doch möglich sein, dass die Dunkle Energie ein Effekt zwischen den beiden Universen ist, ein Effekt der Moiré-Muster wie zwischen den Graphenschichten. Der Co-Autor der Studie Victor Galitski sagt: “Wir denken, dass dies eine aufregende und ehrgeizige Idee ist. In gewisser Weise ist es fast verdächtig, dass es so gut funktioniert, fundamentale Merkmale unseres Universums wie die Inflation und das Higgs-Teilchen auf natürliche Weise vorherzusagen.”

Künstlerische Darstellung eines Paralleluniversums

Die Multiversumstheorie der Forscher der Uni Maryland könnte auch eine spektakuläre Antwort auf die großen Fragen der Quantenphysik sein. Die Quantenphysik beschäftigt sich mit den kleinsten Elementarteilchen und eines ihrer verwirrendsten Aspekte ist die Superposition. Elementarteilchen können gleichzeitig mehrere Zustände aufweisen. Ein Teilchen kann beispielsweise gleichzeitig zwei Drehrichtungen haben, den sogenannten Spin. Stellt euch mal vor, ein Fußball würde sich gleichzeitig in zwei Richtungen drehen. Die Superposition übersteigt irgendwie unser Verständnis der Physik. Könnte es nicht sein, dass das Multiversum die Antwort ist? In der einen Hälfte des zweigeteilten Kosmos hat das Teilchen die eine Drehrichtung und in der anderen Hälfte den anderen. Auch ein Aspekt namens Quantenverschränkung könnte damit erklärt werden. Auf Quantenebene können Teilchen miteinander verschränkt werden und sind dann de facto eins – obwohl sie möglicherweise unfassbar weit voneinander entfernt sind. 

Die spukhafte Fernwirkung

Selbst Einstein fand diesen Quanteneffekt so unheimlich, dass er ihn spukhafte Fernwirkung nannte. Vielleicht lässt sich die Verschränkung auch mit einem Effekt zwischen den beiden Universen erklären, mit einer Verbindung im Moiré-Muster. Dazu muss man sagen, dass die Hypothese der beiden Forscher kein Beweis für ein Doppel-Universum ist, aber es ist eine absolut nachvollziehbare Hypothese, dass sich die Effekte in Graphen-Schichten auch auf größere Ebenen übertragen lassen. 

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